Bücher oder Bauchgefühl?

Wenn man Vater wird, macht man sich ja so seine Gedanken. Wenn man Mutter wird, auch. Was kann man alles falsch machen, was funktioniert wie und woher soll man das alles eigentlich wissen?

Wenn man möchte, kann man sehr viele Ratgeber lesen. Oder man macht es einfach nicht. Und verlässt sich auf sein Bauchgefühl.

Wir haben letzteres getan, und sind heute sehr froh darüber. Ich habe genau zwei Bücher über Babys und Kleinkinder gelesen und genau genommen ist nur eines ein Ratgeber. Noch dazu ist es einer von der guten Sorte.

Der Klassiker

Am ersten Buch kommt man fast nicht vorbei. Es ist in jedem Familienhaushalt zu finden und man bekommt es mit Sicherheit geschenkt. Ab diesem Zeitpunkt verschenkt man es immer wieder. Es ist der Klassiker „Babyjahre“ von Remo Largo, einem Schweizer Kinderarzt.

Wir haben es seit zwei Jahren und ich habe es immer noch nicht durchgelesen. Das liegt an seinem Aufbau. Es unterteilt das Gesamtkunstwerk Kind in logische Teile und diese wiederum in Kapitel zu unterschiedlichen Altersstufen. Ich habe aus jedem Teil immer die Kapitel zum richtigen Alter gelesen. Und so viel gelernt, wie seit der Uni nicht mehr.

Es ist einfach wahnsinnig interessant zu verstehen, was in einem so kleinen Menschen parallel und so schnell passiert. Ich freue mich schon auf den nächsten und dann letzten Teil (24-48 Monate). In ein paar Monaten fange ich damit an.

Eine schon ältere, aber immer noch sehr treffende Rezension findet ihr hier.

Der Angstkauf

Das zweite Buch hätte ich mir selbst nicht zugetraut. Der reißerische Titel „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“, hätte mich vor dem ersten Wutanfall des eigenen Kindes sicher eher abgeschreckt (und das Cover erst). Nach dem Wutanfall sehen die Dinge ganz anders aus.

Ich war skeptisch. Und habe mich ganz schnell umstimmen lassen. Ein Buch, dass für mich genau das richtige Mittelmaß zwischen Theorie und Praxis findet, nie oberflächlich wirkt und nie langweilig war. Die Autorinnen und Mütter Katja Seide und Danielle Graf haben mich abgeholt, mitgenommen und schlauer wieder aussteigen lassen.

Das allerbeste, es funktioniert. Ich schaffe es ab und an, mich und meine Reaktion stärker hinzufragen, als den Wutanfall selbst. Wir sind ohnehin bisher von den schlimmsten Wutproben verschont geblieben, aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit übrig.

 

Bauchgefühl

Zwei Bücher gibt es also in unserem Haushalt zum Thema Kleinkind und Baby. Grundsätzlich haben wir uns vor zwei Jahren vorgenommen, nichts zu kaufen und möglichst wenig zu lesen. Meine Meinung war und ist, dass es in uns allen angelegt ist, die Dinge einfach richtig zu machen.

Seht ihr das anders? Habt ihr Bücher, die ihr weiterempfehlt? Schreibt mir gern einen Kommentar oder eine Nachricht.

 

 

 

 

 

4 thoughts on “Bücher oder Bauchgefühl?

  1. Kinder erziehen ist hauptsächlich eine soziale kulturelle Sache. In unserer Gesellschaft des Individuum haben wir leider kein Kontakt zu unserem Stamm mehr (wir haben eine andere Art des Stammes). Wie leben nicht mehr in Gruppen von Menschen die in der Familie interagieren. Wir sind auf uns selber angewiesen. Das Bauchgefühl resultiert aus verschiedenen Informationen oder Drücken die auf uns ausgeübt werden. Wir haben den Instinkt verloren in einer vor allem instinktiven Frage. Ich glaube dass unter diesen Umständen, wo wir von unserem biologischen Herkunft getrennt werden, können Bücher manchmal hilfreich sein. Oma und Opa,Tante, Onkel wären besser aber die sind häufig nicht da

    1. Wenn ich nicht weiter wüsste, und mir keiner meiner Freunde oder aus der Familie helfen kann, dann greif ich auch zum Buch. Ich versuche zu vermeiden, Bücher zu lesen und dort von Problemen zu lesen, die ich gar nicht kenne. Danke dafür, dass Ihr immer für einen Rat zur Verfügung steht.

      1. Dann muss man die richtige Bücher finden, wo es nicht um „problemen“ geht (mein Kind schläft nicht, isst nicht, spielt nicht, usw) sondern einfach nur um Kinder, wie sie tatsächlich sind, was sie alles nicht machen und was sie doch machen.
        Trotzdem muss ich sagen, was am besten mir geholfen hat, waren einfach zuhören (dich selber und deinen kind hauptsächlich), warten und gute Laune…

Gib deinen Senf dazu: