Väter – lasst uns etwas ändern!

Vor ein paar Wochen gab es hier im Blog einen viel diskutierten Beitrag. Es ging darum, dass zwischen Männer und Frauen noch immer mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn sie nach der Geburt der Kinder wieder arbeiten gehen.

Heute soll es darum gehen, was wir Väter konkret tun können, damit sich das ändert. Denn ja, wir können etwas tun! Natürlich setzt der Staat gewisse Rahmenbedingungen. Natürlich müssen Unternehmen etwas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun. Im Rahmen unserer Möglichkeiten können wir aber einfach vorangehen.

Ein ganz wichtiger Punkt aus meiner Sicht ist es, Frauen und Männer gleich zu stellen. Mütter müssen das Stigma verlieren, eine potentielle Belastung für ein Unternehmen zu sein. Dafür können wir als Väter ein paar Sachen tun, die noch dazu unseren Kindern ziemlich gut gefallen dürften:

  • Nehmt mehr Elternzeit, nehmt – wenn möglich – auch Elternzeit ohne die Mutter. Ich hatte 6 Monate Elternzeit, drei davon ohne meine Frau, die dann schon wieder arbeiten war.
  • Holt Euer Kind nachmittags von der Kita ab. Geht mit Eurem Kind auf den Spielplatz, und wenn nur für einen Tag in der Woche ist.
  • Bleibt zu Hause, wenn Euer Kind krank ist. Nehmt Termine beim Arzt mit Euren Kindern wahr.
  • Tröstet Euer Kind, wenn es nachts aufwacht. Dreht Runden unter der Abzugshaube und opfert Euren Schlaf. Sagt Euren Chefs, dass das Kind grad schlecht schläft, wenn Ihr morgens so durchhängt, wie ich an manchen Tagen.

Erst wenn wir Väter all das – und mehr – tun, dann haben Unternehmen endlich keinen Grund, die Väter den Müttern vorzuziehen. Warum? Weil Väter dann ebenso plötzlich ausfallen können wie Mütter. Es wird unberechenbar, wer die Elternzeit nimmt oder wer in der Woche eher mal nach Hause muss und das Meeting um 17.30 Uhr nicht wahrnehmen kann.

Erst dann wird ein Umdenken auch in deutschen Unternehmen stattfinden. Dann gibt es nicht mehr „die Mütter“ und „die Väter“ in den Köpfen von Personalverantwortlichen, sondern nur noch „die Eltern“. Wenn Unternehmen das verstehen, dann landen Männer und Frauen zu gerechteren Anteilen in verantwortlichen Positionen. Meetings werden nicht in Randzeiten, sondern in Kernzeiten abgehalten. Das hilft allen Vätern – und allen Müttern gleichermaßen.

Liebe Mütter, auch Ihr müsst einen Beitrag dazu leisten: Lasst los, gebt Verantwortung an die Väter ab. Es gibt Konstellationen, in denen Männer gern Verantwortung übernehmen würden, es aber nicht dürfen. Klassische Rollenbilder verstärken dieses Gatekeeping-Verhalten. Ein Grund mehr für uns Väter, daran etwas zu ändern. Packen wir es doch an.

Was denkt Ihr darüber? Was können wir selbst tun, damit Mütter und Väter in Zukunft gleich behandelt werden? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit Euch!

PS: Arte hat eine interessante Reportage zu diesem Thema gedreht. Hier wird am Vorbild Dänemarks gezeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Zusammenspiel vieler Faktoren möglich ist. Weitere Beispiele aus Deutschland und Frankreich zeigen, dass auch hier teilweise ein Umdenken stattfindet.

4 thoughts on “Väter – lasst uns etwas ändern!

  1. […] Der Artikel trifft damit auch gut die eigentliche Idee hinter dem Blog. Ich will mit meinen Erfahrungen zeigen, dass es möglich ist die Elternschaft gleichberechtigt aufzuteilen – und gleichzeitig das eigene Leben damit zu bereichern. Man hört wenige Anekdoten oder Alltagsgeschichten von anderen Väter, das will ich ändern. Es ist Zeit, dass Angebote an Eltern mit Kindern nicht mehr „Mutter-„-irgendwas heißen. Dafür müssen auch wir Väter noch einiges tun. […]

  2. […] Vaterschaft) ist in meinen Augen nicht Selbstaufgabe. Jeder von uns kann ihnen beistehen. Alle von uns Vätern können etwas dafür tun, dass Mütter Zeit für sich bekommen, abschalten können und die Kinder mal Kinder sein lassen. […]

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