Reisen mit Kleinkind – das Fliegen

Bubu ist ein Flugzeug-Profi. Das „erste Mal“ gab es mit 8 Wochen und seitdem haben wir einfach nicht mehr aufgehört. Für eine Frequent Traveller Karte würde es zwar noch nicht reichen, aber man muss dem Jungen ja auch noch ein paar Ziele lassen, die er später selbst erreichen kann.

Fliegen hat sich in unseren Augen als relativ simpel herausgestellt. Meist ist der Weg zum Flughafen – oder der Flughafen selbst – viel anstrengender als der Flug an sich.

Was hat sich für uns bewährt bzw. welche Lektionen haben wir gelernt?

Vor dem Flug

  • Wenn man Sitze vorbuchen kann, buchen wir immer den Gang- und den Fensterplatz in einer Reihe. Wenn man viel Glück hat, bleibt der Mittelplatz frei. Wenn man ein bisschen Glück hat, sucht sich der Eindringling einen anderen freien Platz. Wenn man gar kein Glück hat, rutscht man rüber und macht dem neuen Sitznachbarn sicher eine Freude. Ganz hinten ist (außer in Billigfliegern) meist wenig los, da man als letztes aussteigt. Außerdem ist da Platz zum Laufen, Krabbeln, Tragen und immer das freundliche Personal.
  • Baby Bassinet anfragen. Ihr wisst schon, diese Betten zum Einhaken. Auf Langstreckenflügen (speziell über Nacht) sollte man anfragen, ob es Baby Bassinets gibt und ob/wie man diese vorab reservieren kann. Das geht online meist etwas schwieriger. Ich habe mich damals durchtelefoniert und es hat funktioniert. (Was am Telefon keiner gesagt hat: Beim Anschnallzeichen muss man das Kind rausnehmen. Das Anschnallzeichen kommt immer fünf Minuten nach dem Einschlagen. Immer. Es geht wieder aus, wenn das Kind aufgewacht ist. Immer.)
  • Buggy mitnehmen anstelle des guten Kinderwagen. Sobald das Kind sitzen kann, würde ich den guten Wagen zuhause lassen. Eine nicht mehr existierende Airline hat uns ein paar fiese Risse in den Wagen gemacht. Auch wenn er mit bis zum Flugzeug darf, irgendwann muss das gute Stück in die rauhen Hände des Bodenpersonals. Da der Wagen dann irgendwo im Gepäckabteil rumfliegt und meistens noch auf dem Gepäckband ausgeliefert wird, gibt es einfach viele Ecken und Kanten, an denen Stoff reißt oder Plastik bricht.
  • Gepäckregeln checken. Bei jeder Airline und auf unterschiedlichen Streckentypen ist immer alles anders. Kinderbett oder Buggy, Kinderbett und Buggy, vielleicht auch ein extra Gepäckstück fürs Kind, oft fliegt alles kostenlos mit. Sogar wenn man nur Handgepäck gebucht hat. Fast alles findet man auf den Websites, anrufen geht sowieso immer.
  • Kleiner Anreisetipp zum Flughafen in Berlin: Beim Berliner Taxiruf kann man keinen Kindersitz vorbestellen. Beim Würfelfunk schon. Und das klappt dann auch ganz fantastisch und zuverlässig.

Am Flughafen

Das schlimmste am Flughafen sind lange und unübersichtliche Schlangen beim Check-In oder an der Sicherheitskontrolle. Also: abkürzen wo möglich.

  • Der Online Check-In spart meistens Zeit. Die Schlange zur Gepäckabgabe bewegt sich schneller und ist zumindest auf klassischen Rentner-Strecken immer noch die kürzere. Falls alle an der Gepäckabgabe stehen und keiner am Check-In, hat man die Tickets eben „vergessen“.
  • Auf vielen Flughäfen außerhalb Deutschlands mittlerweile die Regel, findet man diese zumindest in Berlin nicht: Extra Spuren und Eingänge mit Kinderwagen. Deshalb immer freundlich fragen, ob man die Fast-Lane benutzen darf oder den Business Class Check-In.

Im Flugzeug

  • Nicht wirklich mein Expertenbereich, aber das hab selbst ich gecheckt. Besonders kleine Kinder haben Probleme mit dem Druckausgleich im Ohr (oder können das haben). Diese Probleme gibt es bei schnellem Wechsel der Höhe, dies geschieht in der Regel nur bei Start und Landung. Hilfreich sind dann kontinuierliche Schluckbewegungen – also Stillen. Bei Bubu hat es meistens so gut funktioniert, dass er dann direkt eingeschlafen ist und zumindest die kurzen Flüge verpennt hat. Während der Landung ist er gar nicht erst aufgewacht.
  • Für Ablenkung sorgen. Kleine Bücher, Spielzeug und im Notfall auch ein Video auf iPad oder Smartphone wirken Wunder. Wer einmal ein 18 Monate altes Kind für zwei Stunden auf dem Schoss hatte, wird Vorurteile gegenüber Videokonsum zumindest temporär beiseite schieben. Viele Airlines haben auch Spielzeug für Kinder dabei. Besonders schönes Beispiel ist war hier AirBerlin (*schnief*).
  • Notfallkit ins Handgepäck, im Flieger am besten unter dem Vordersitz. Flasche (ja genau, das mit dem kontinuierlichen Schlucken), Essen, Windeln und Wechselsachen sollten immer dabei sein. Speziell bei Wechselsachen ist es natürlich so, dass man die nur braucht, wenn sie NICHT dabei sind. Wir haben ein-, zweimal unterschätzt, wie viel so ein kleiner Mensch doch in den paar Stunden trinken kann und reisen seitdem immer mit Dreichfach-Getränkevorrat. Solange es bunt ist und und komische Figuren drauf sind, hat auch die Flughafen-Security nix dagegen.

Was sollte man nicht machen?

  • Sich Gedanken machen, was die anderen im Flugzeug denken. Ihr müsst Euch sicher und gut damit fühlen, mit Eurem Kind zu verreisen. Niemand sonst.
  • Sich vorab entschuldigen oder sich Entschuldigungen zurechtlegen. Der kleine Mensch, der mit euch fliegt, weint manchmal und kackt in die Windel. Jeden Tag mehrere Male. Warum sollte das im Flugzeug anders sein? Warum sollte man sich dafür entschuldigen? Hat sich schon mal jemand entschuldigt, weil er nach Schweiß gestunken hat? Oder weil er so dick war, dass er Euren Sitz direkt mitgenutzt hat? Ach wirklich. Na also.

Und bei Euch?

Ich bin gespannt, wie es wird, wenn Bubu im nächsten Frühling dann einen eigenen Sitz bekommt. Für den Sitzkomfort der Eltern ist das erstmal förderlich, ich hab aber schon recht viele Kinder gesehen, die dann zum Start doch auf den Schoss der Eltern hüpfen wollen. Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht?

Habt ihr Tipps und Tricks beim Fliegen? Hattet ihr schon schlimme Erlebnisse? Oder auch nur gute?

5 thoughts on “Reisen mit Kleinkind – das Fliegen

  1. Ich muss sagen dass wir viel glück hatten,aber es ist immer eine Glücksache. Von den zahlreichen Flügen haben wir zwei schlechte Erfahrungen gehabt, mit Kind stundenlang unruhig, schreien und so weiter. Nur zwei Mal, und zum Glück einmal war es lediglich ein 60-Minuten langer Flug. Ich kann mich nur bei diesen Menschen bedanken:-) die uns dabei begleitet haben.

  2. Wir sind als Expats sehr viel geflogen und nach 4 Jahren Erfahrung, drei Kinder und knapp 40 Flüge mit Kindern hinter uns, kann ich 2 Empfehlungen machen, die bei uns bisher immer geholfen haben : so wenig Handgepäck wie möglich, so dass man genug Platz und Hände für die Kinder hat und am wichtigsten bei uns war immer, vormittags fliegen, die Kinder sind dann entspannter und haben bessere Laune.
    Ausserdem, bei Billigflüge kann mann einen extra Sitz buchen (besonders wenn die Kinder über 12 monate sind und auf dem schoss wird s nicht mehr so bequem), wo das Kind mit kindersitz reisen kann, dass hat uns auch häufig sehr viel geholfen.

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