Israel – das Vorspiel

Wir sind in Tel Aviv angekommen. Noch vor einer oder zwei Wochen hätte ich das nicht geglaubt. Und auch am Abflugtag wurde die Geduld strapaziert. Aber der Reihe nach.

Die Planung

Wir waren, damals noch kinderlos, vor drei Jahren schon einmal zur etwa gleichen Zeit in Israel. Günstig zu erreichen, frühlingshaftes Wetter, kein Weihnachtsstress.

Also dachten wir im August, machen wir das doch mit Bubu über Weihnachten. Kurzentschlossen haben wir Flüge mit AirBerlin gebucht, die noch in der selben Woche Insolvenz angemeldet haben.

Zweieinhalb Monate später war klar, dass wir weder Geld zurück bekommen noch nach Israel fliegen würden. Zumindest nicht mit AirBerlin.

Die Neuplanung

Alles auf Null. In den wenigen gemeinsamen freien Minuten, die wir zu der Zeit hatten, haben wir lange überlegt, ob wir neue Flüge buchen oder etwas ganz anderes oder einfach gar keinen Urlaub machen würden. Da wir dieses Jahr aber noch gar nicht länger als 3-4 Tage am Stück zusammen weg waren – und alle anderen Reiseziele eher fremdbestimmt waren (Hallo Hochzeitspaare!), musste es ein Urlaub sein. Mehr als vier Stunden Flug wollten wir uns aber auch nicht zumuten.

Neu buchen also, diesmal mit Up, der Billigtochter von Israels Staatsairline El Al. Die Flüge waren nun safe, zum Rest sind wir einfach gar nicht gekommen. Was vielleicht auch ganz gut war.

Die Entscheidung

Vor knapp zwei Wochen gefährdete dann Donald Trump die Reisepläne mit seiner plötzlichen Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen. Das ist eigentlich kein direkter Einflussfaktor für unseren kleinen Urlaub, aber niemand fährt unbedingt ins Herz der dritten Intifada, zu welcher postwendend aufgerufen wurde.

Also wieder abwarten. Was würde passieren, was sollten wir tun? Es blieb ruhig.

Und so entschieden wir kurz vor dem dritten Advent, dass wir fahren. 16h vor dem Abflug hatten wir ein AirBnb in Tel Aviv gefunden, nah am Strand, nah am Carmel Market. Hochstuhl und Babybett sollte es auch geben.

Schnell noch am dritten Advent mit Oma und Opa die Bescherung vorgezogen und den Weihnachtsmann getroffen, Koffer gepackt und los konnte es gehen.

Der Höhepunkt

Doch vor Strand, Hummus und Shakshuka steht der Flug. Fliegen kann schon allein anstrengend sein, mit Kind(ern) noch mehr – auch wenn Bubu Profi ist und wir mittlerweile wissen, worauf wir achten müssen.

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Albert ist natürlich auch am Start.

Nach Israel fliegen, noch dazu mit einer israelischen Fluglinie ist allerdings nochmal eine andere Nummer. Es fängt damit an, dass man drei Stunden vor Abflug da sein soll. Warum, merkt man relativ schnell, wenn man am Flughafen ankommt.

Es gibt einen eigenen Bereich, in dem man interviewt wird, bevor man auch nur die Koffer abgeben darf. Wer hat die Koffer gepackt? Wie ist man angereist? Waren die Koffer unbeaufsichtigt? Hat man irgend etwas dabei, was man in Israel überbringen soll? Und noch jede Menge Fragen mehr.

Danach kommt die ganz normale Sicherheits- und Passkontrolle. Nach der Passkontrolle ein abgesperrtes Gate mit einer weiteren Sicherheitskontrolle, dort werden alle Handgepäckstücke nochmal fachmännisch zerlegt. Am Gate muss man mindestens eine Stunde vor Abflug sein. Der Bereich hat keine Toiletten. Raus geht es nicht nochmal, es sei denn – ihr ahnt es…

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Safety first.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass das Flugzeug ähnlich gut bewacht wird. Ein blauer Radpanzer der Bundespolizei sichert die Zufahrt. An den Zugängen zum Flugzeug stehen, sowohl am Boden als auch im Terminal, Bundespolizisten mit Maschinenpistolen.

Wenn es erstmal zum Boarding kommt, ist der Rest völlig unkompliziert und (fast) wie immer. Kleinkinder bekommen keinen extra Gurt, sondern werden einfach gut festgehalten bei Start und Landung.

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Ab in die Sonne.

Das Finale

Bubu hat alles ganz fantastisch mitgemacht und knapp vier Stunden später waren wir auch „schon“ da. An der Passkontrolle noch mal jede Menge Fragen. Wie lange bleiben Sie? Wo fahren Sie hin? Was machen Sie als erstes? Dann ist es geschafft.

Die ersten Schritte aus dem Flughafen, warme Luft schlägt uns entgegen. Um den Preis nach Tel Aviv wird mit dem Taxifahrer gefeilscht, der parallel mit Bubu schäkert. Mit offenem Fenster fahren wir bei unserer Wohnung vor. Der Schlüssel ist in der Palme in Hinterhof versteckt. Alles ist wie erhofft. Der Urlaub kann beginnen.

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