Israel – Weihnachten im heiligen Land

Die Weihnachtsfeiertage haben wir in Nazareth und der Region Galiläa verbracht. Viel näher an die Geschichte hinter Weihnachten kommt man wohl nicht ran.

Nazareth ist eine spannende Stadt. Es ist die grösste arabische Siedlung in Israel und gleichzeitig die Stadt mit der größten christlichen Einwohnerzahl. Praktisch stellt sich das so dar, dass man morgens vom Muezzin geweckt wird, aber an jeder Ecke Weihnachtstinnef kaufen kann.

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Nazareth im Abendlicht.

Viele Kirchen bezeugen die Geschichte, die hinter dem Weihnachtsfest steckt, nämlich die Geburt von Jesus, dem Sohn von Maria und Joseph.

Joseph’s Church steht an der Stelle, an welcher Joseph seine Zimmermannswerkstatt führte. Auf dem gleichen – sehr schönen – Gelände steht die Verkündigungsbasilika, der größte Kirchenbau im nahen Osten. Sie markiert die Stelle, an welcher der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria erschien. Das Lukasevangelium erzählt die Geschichte so:

„Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.“

Was gibt es sonst zu sehen? Der Alte Markt von Nazareth ist wunderbar restauriert, die Sandsteinstraßen herrlich anzuschauen. Leider sind sehr viele Geschäfte geschlossen, nur sehr langsam siedeln sich wieder mehr Händler an.  Woran das liegt? Je nachdem, wen man fragt bekommt man unterschiedliche Antworten. Es ist wohl eine Mischung aus jahrelanger Sanierung für einen Papstbesuch und dem Meiden von Nazareth durch Touristen zu Zeiten der zweiten Intifada.

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Die Verkündigungsbasilika in Nazareth.

Für kleine Kinder gibt es in Nazareth nicht so viel zu tun. Wir haben weder Spielplätze noch Parks gefunden. Auf dem zentralen Platz stand ein riesiger Weihnachtsbaum, dort hat Bubu jeden Abend vor Freude glucksend und kreischend ein paar Runden gedreht und den „Bei-ba-baum“ gefeiert.

Auf den Spuren Jesu‘ sind wir am nächsten Tag noch an den See Genezareth gefahren. Zwischen Nazareth und dem See und rings um den See soll Jesus gelebt und gewirkt haben. Auch hier gibt es viele wallfahrtsähnliche Orte, die dies bezeugen wollen.

Wir haben auf dem Weg zum See den Berg der Seligpreisungen besucht, wo Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll. Eine herrliche Aussicht über den See und ein sehr schön angelegtes Gelände mit Gärten und Gästehäusern ist mir mehr in Erinnerung geblieben als die Kirche an sich.

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Die Kirche der Seligpreisungen.

Am See angekommen waren wir noch kurz in Tiberias. Ein Ort, der aus meiner Sicht keinerlei Grund bietet, länger als für einen Toilettenbesuch oder ein Mittagessen zu bleiben. Plattenbauhotels wechseln sich mit verfallenden Restaurants an der Promenade ab. Wenn man es schafft, den Blick nur auf dem riesigen See zu halten, hat man zumindest ein schönes Panorama inklusive schneebedeckter Berge am Horizont.

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Am See Genezareth.

Mittlerweile sind wir zurück am Meer. Hier lassen wir es in den nächsten Tagen noch ein bisschen ruhig angehen, bevor es im neuen Jahr zurück nach Hause geht.

Ich hoffe ihr habt die Feiertage entspannt verlebt und jetzt auch noch ein bisschen Zeit mit der Familie, Zeit um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Habt ihr Vorsätze für das neue Jahr?

4 thoughts on “Israel – Weihnachten im heiligen Land

    1. Das ist in der Tat so. Heute kam noch Akkon dazu, vor knapp 1.000 Jahren sowas wie eine Metropole und eine der wichtigsten Städte der Welt. Hier trampelt man wirklich täglich auf Geschichte herum.

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