Israel – entspannte Tage in Haifa

Die letzte Station unserer Reise ist Haifa. Auch hier kann man einige Dinge erleben und entdecken, auch wenn es um einiges ruhiger zugeht als in Tel-Aviv.

Das hat einige Vorteile, zum einen natürlich weniger Verkehr und kurze Wege. Zum anderen kann man nachts das Meer rauschen hören, wenn man sich eine nette Wohnung sucht. So haben wir es dann auch gemacht, wieder über AirBnb. Nach zwei Tagen in einem Hotel in Nazareth kann ich nur immer wieder sagen: es ist so viel entspannter in einer Wohnung.

Ein (paar) Zimmer mehr als nur genau eins, das ist schon die halbe Miete. Mittagsschlaf und frühes abendliches Zubettgehen einzelner (oder mehrerer) Familienmitglieder sind sehr einfach zu bewerkstelligen. Eine kleine Kochgelegenheit bietet die Chance, auch schon vor offiziellen Frühstückszeiten einen Brei anzurühren. Wenn dann noch ein bisschen Platz zum Toben hinzukommt, ist eigentlich alles geritzt. Noch dazu, wenn die Wohnung so stilvoll eingerichtet ist, wie offensichtlich fast alle AirBnbs in Israel.

Rings um Haifa

Zwei Tage haben wir außerhalb von Haifa verbracht.

Sehr empfehlen kann ich Akkon, eine alte Hafenstadt, etwa eine halbe Stunde nördlich von Haifa. Die wirklich interessante Geschichte kann man hier besser nachlesen, ich will Euch erzählen, was es heute noch zu sehen gibt.

Wenn man am Leuchtturm parkt, kann man alte Kreuzfahrerstadt durch einen Geheimtunnel der Templer betreten. (Der Kinderwagen sollte in der ganzen Stadt eher ein wendiger Buggy als ein Zwillingswagen sein.) Dort angekommen findet man sich schnell auf einem arabischen Markt wieder, auf dem von türkischen Honig über Fleisch, Fisch und Obst bis hin zu Gewürzen alles verkauft wird, was man sich so vorstellt. Man kann ein altes Hamam ebenso besichtigen wie das eigentliche Highlight – die teilweise unterirdische Kreuzfahrerstadt. Die Archäologen sind immer noch dabei, Räume freizulegen und die zugeschüttete Anlage auszubuddeln. Einen Großteil kann man aber heute schon mit einem sehr gut gemachten Audioguide erkunden.

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Kreuzfahrerstadt in Akkon

Falls man Fisch mag, sollte man unbedingt noch im „Uri Buri“ einkehren. Es gilt als bestes Fischrestaurant in Israel, der Chefkoch Uri hat Bomben entschärft, bevor er zum Kochen wechselte. Unbedingt vorher reservieren oder direkt um 12 Uhr zur Öffnung kommen, dann bekommt man auch noch einen Tisch. Das Beste: alle Hauptgerichte gibt es als halbe Portionen, so kann man noch viel mehr probieren.

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Caesarea Maritima. Direkt am Meer gelegen und mittlerweile über 2000 Jahre alt, gibt es hier die Ruinen einer römischen Siedlung zu sehen, die ebenfalls noch mitten im Ausgrabungsprozess steckt.

Anders als beim klassischen(?) Ansatz, alles auszugraben was man findet und dann die Trümmer auszustellen, werden hier einzelne Gebäude auch wieder aufgebaut. Zusammen mit einem gut gemachten Film über die Geschichte der Stadt, kann man sich beim Spaziergang durch das Hippodrom lebhaft vorstellen, wie es hier vor sehr langer Zeit aussah.

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Caesarea Maritima

Restaurants auf dem Gelände laden zu Pausen ein, in anderen Gebäuden können Souvenirs gekauft werden. Definitiv anders, als die historischen Stätten, die ich bisher kannte. Besucherfreundlich ist es allemal. Und das Schawarma das beste der ganze Reise!

Was tun in Haifa?

In Haifa selbst haben wir wahrscheinlich fast alles gemacht, was für Kinder interessant sein könnte.

Wir waren im Zoo, spannenderweise gibt es hier alle die Tiere zu sehen, die im Berliner Zoo grad nicht (oder vielleicht nie) anzutreffen sind. Weiße Tiger, Braunbären und Sandkatzen waren die Highlights für Bubu. Man muss allerdings gut zu Fuß sein. Der Zoo ist an einem Berghang gelegen. Es geht steil bergab und bergauf, so dass sich auf manche Gehege sehr interessante Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig passt man noch mal anders auf, wenn der Sohn auf dem Arm rumtanzt, wenn man grad über dem Wolfsgehege steht.

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Ja, der ist weiß!

Vor dem Zoo selbst gibt es einen riesigen Spielplatz, der die Wartezeit verkürzt, falls der Zoo mal 15 min nach der offiziellen Öffnungszeit erst die Pforten öffnet. (Es versteht sich von selbst, dass nur Touristen so früh da sind.)

Das Eisenbahnmuseum in Haifa ist gleichzeitig das nationale Eisenbahnmuseum Israels. Die Geschichte der Zugverbindungen in der Region fand ich hochspannend, für Bubu waren es eher die vielen Lokomotiven und Waggons, in die man hineinklettern und in denen man alle möglichen Schalter umgelegen konnte.

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Ein begehbares Museum, ein echtes Abenteuer.

Bat Galim, der Stadtteil, in dem wir gewohnt haben, liegt direkt am Meer. Hier gibt es Sandstrände und Spielplätze direkt am Meer. Muscheln sammeln, Sandburgen bauen und den Surfern zuzuschauen haben uns Tag für Tag beschäftigt. Hier beginnt auch die Promenade, welche am Gebäude der Seilbahn endet.

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Ausblick aus der Seilbahn.

Die Cable Car Haifa verbindet den Strand mit Mt. Carmel. Oben angekommen hat man nicht nur einen wunderbaren Blick auf den Hafen und versteht die Geographie Haifas um einiges besser, sondern kann auch noch eine orthodoxe Kirche besuchen und in einem österreichisch angehauchten Café Kuchen für umgerechnet 10€ pro Stück probieren.

Wo essen in Haifa?

Das Eataliano ist ein Italiener mit arabischem Einschlag. Zu finden im Stadtteil Bat Galim, in der Talstation der Seilbahn gibt es Pasta, Pizza und klassische israelische Vorspeisen und Salate. Außerdem sitzt man direkt am Meer mit Blick auf die hereinrauschenden Wellen sehr schön.

Das Cafe Louise haben wir sehr spät entdeckt. Zu spät, um mehr als einmal hier zu sein. So waren wir zum Frühstück und sehr begeistert und ein wenig traurig, nicht auch die Mittags- oder Abendkarte ausprobieren zu können. Das Cafe Louise bezeichnet sich selbst als „health food restaurant“, verpackt diesen Anstrich aber in mega leckerem Essen ohne jeden Leidenstouch, den ich der „Gesundheitsküche“ gern andichte.

Im Fattoush waren wir an unserem letzten Abend. Obwohl an einer recht viel befahrenen Straße gelegen, kann man hier herrlich im ruhigen Garten sitzen, der mit plätscherndem Wasser und vielen Kerzen ideal für ein erstes Date geeignet wäre. Der krähende Bubu hat viel dafür getan, die romantische Stimmung abzuwürgen, es aber nicht ganz geschafft. Die libanesische Küche hat nochmal alles gegeben und uns den Abschied von Israel wirklich nicht leicht gemacht.

Abschied

Am nächsten Morgen ging es sehr sehr früh zurück nach Tel-Aviv. Von da ging dann der Flug nach Berlin. Auch hier wieder die Prozedur mit Interview vor der Gepäckabgabe, intensiver Sicherheitskontrolle etc. Da hier aber jeder Fluggast gleich behandelt wird, hatte man zumindest nicht so ein schräges Gefühl wie auf dem Hinflug.

Ansonsten gestaltete sich der Rückflug sehr angenehm. Die Wartezeit am Flughafen war zwar lang, aber dank großem Kinderspielplatz direkt am Gate (!) schnell verflogen. Der Flug war unspektakulär, das Wetter in Berlin ekelhaft. Alles wie immer also, auch in 2018!

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