Ein paar Gedanken zum Thema Geld

Laura von „Heute ist Musik“ und Sophie von „Kinder haben und glücklich leben“ haben vor ein paar Wochen die Blogparade „Mamas und Moneten“ gestartet.Ich erfülle zwar eigentlich die Voraussetzungen (Mama) nicht, aber ich hab beschlossen, trotzdem mitzumachen.

Mein Schwerpunkt wird ein bisschen anders gesetzt sein. Ihr wisst ja, dass wir beide in Vollzeit arbeiten. Damit fällt das klassische Thema „Wie bekommt die Mutter eine anständige Rente“ aktuell flach für uns.

Deshalb möchte ich einen anderen Akzent setzen. Ich möchte allen Mut machen und dazu ermuntern, sich grundsätzlich mit zwei Aspekten auseinanderzusetzen:

Absicherung und Geldanlage. Ich bin ganz sicher kein Profi und ich investiere auch nicht viel Zeit dafür (ich würde gern mehr Zeit investieren, wie in viele andere Themen auch). Dieser Artikel stellt natürlich auch keinerlei Anlageberatung dar und enthält keine Empfehlungen. Ich möchte einfach ein paar Denkanstösse geben.

Absicherung

Wichtig für uns ist, dass der Ehepartner im Ernstfall abgesichert ist. Niemand sollte mitten in einer Trauerphase eine neue Wohnung suchen müssen, oder nicht wissen wie er ein paar Wochen/Monate ohne Arbeit überbrücken kann. Dafür habe ich eine Risiko-Lebensversicherung abgeschlossen, die im Ernstfall ein paar Jahresgehälter auszahlt. Das kostet in meinem Falle ca. 25 Euro im Monat. Meine Frau hat etwas ähnliches von Ihrem Arbeitgeber, keine extra Versicherung notwendig.

Die eigene Absicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit ist der zweite Punkt, den ich als wichtig empfinde. Auch hier werde ich keinerlei Empfehlung machen bzgl. Höhe oder Versicherer machen. Einziger wichtiger Punkt aus meiner Sicht: keinen Vertrag unterzeichnen, der eine Klausel zur abstrakten Verweisung enthält.

In direkter Kombination mit der Versicherung gegen Berufsunfähigkeit steht die Unfallversicherung. Diese zahlt je nach Invaliditätsgrad bestimmte Prozentsätze der Versicherungssumme aus. Vielleicht nicht ganz unwichtig, wenn man plötzlich Hilfsmittel oder einen Wohnungs-/Hausumbau benötigt.

Geldanlage

Ich werde versuchen, nicht die Entwicklung von Zinsen und Finanzmarkt der letzten Jahrzehnte nachzuvollziehen. Klar ist ein Punkt: Geld auf einem „Null-Prozent-Sparkonto“ liegen zu haben, vernichtet dieses. Solange die Zinsen dort niedriger sind als die Inflation, sinkt der Wert.

Falls also jemand das Glück hat, noch einen dieser alten Bausparverträge mit 3-4% Zinsen zu haben: lasst Euch bloß nicht einreden, den Vertrag umzuwandeln oder aufzulösen. Geld liegen lassen, solange es irgendwie geht!

Wer das Pech hat, nicht all sein Geld in alte Bausparer investiert zu haben, der sollte vielleicht drüber nachdenken, das Geld anzulegen. Klassische Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeldkonten oder Bundesanleihen kämpfen momentan ebenfalls mit dem Problem, dass die erzielbaren Zinsen weit unter der Inflationsrate liegen.

Mit dem Anlegen von Geld kann man es sich nun natürlich aufwändig machen und versuchen die kompliziertesten Finanzprodukte zu verstehen oder in Kryptowährungen zu investieren. Dann sollte man allerdings sehr viel Zeit bzw. sehr viel Lust am Risiko haben.

Als ich meinen damaligen Job in 2013 gekündigt habe, musste ich ein eigenes Depot eröffnen, um meine Unternehmensaktien dahin zu übertragen. Ich habe mir also aus einem Test den für meine Zwecke besten Discount-Broker gesucht. Wichtig waren für mich geringe laufende Gebühren und komplette Online-Verfügbarkeit. Ordergebühren waren nicht das wichtigste Kriterium, ich wusste ich würde nicht die Zeit haben, ständig umzuschichten und anzupassen.

Und so war es auch. Das Depot wurde vor 5 Jahren eröffnet. Ich habe die bestehenden Aktien transferiert und anschließend ein paar verschiedene Fonds gekauft. Wie bin ich dabei vorgegangen?

Wichtig für mich war es, Fonds zu kaufen, die niedrige lfd. Jahresgebühren haben. Es macht keinen Sinn, dass die Gewinne durch die Jahresgebühren wieder aufgefressen werden. Ein weiterer Punkt ist die Abwägung zwischen Sicherheit und Rentabilität. Ich habe relativ konservativ einen Drittel-Mix aus Rentenfonds, Anleihenfonds und Aktienfonds (ETFs) gewählt.

Das Portfolio besteht aus sechs Einzelfonds. Ich habe mich nicht mit Aktieneinzeltiteln beschäftigt, ich habe nichts angefasst und alles so liegen lassen. In fünf Jahren hat sich der Wert des Depots um etwa 30% erhöht. Das ist eine jährliche Rendite von etwa 5,5%. Die laufenden Kosten für die Fonds sind dabei schon eingerechnet.

Natürlich kann man das nicht garantieren. Der nächste Kurseinbruch kommt bestimmt. Gekostet hat mich das ganze einen Tag Arbeit, der größte Aufwand war noch das Post-Ident-Verfahren zum Einrichten des Depots. Wie ich die Fonds ausgesucht habe? Eine Sonntagszeitung hatte da diese Liste mit Fondsempfehlungen. Ich habe mir eine Risikozusammensetzung überlegt, Fonds mit niedrigen Gebühren ausgesucht, die Zusammensetzung des jeweiligen Fonds grob überflogen und dann entschieden.

Naiv? Kann sein. Mehr Zeit und mehr Wissen hatte ich allerdings damals nicht. Aktuell lese ich ein sehr gutes und spannendes Buch und kann vielleicht bald eine Fortsetzung des Artikels schreiben.

Leseempfehlungen

Zum Schluß gebe ich Euch noch ein paar Empfehlungen zu Büchern, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Nicht alle haben direkt etwas mit der Verwaltung oder Vermehrung von Geld zu tun, aber sehr viel mit der Einstellung dazu.

Ihr seid alle schlau genug, die Bücher beim Buchhändler Eures Vertrauens zu finden, deshalb hier nur die Titel. Alle Bücher gibt es in deutscher Übersetzung, Sachbücher lesen sich in Englisch meistens aber auch ganz gut weg (und sind im Original umso witziger).

  • Rich dad, poor dad – Robert Kiyosaki. Klassisch amerikanisch. Die Geschichte eines Jungen, der vom Vater des besten Freundes lernt, wie man eigentlich mit Geld umgehen sollte. Motivationsliteratur, einfacher Einstieg ins Thema.
  • The four hour workweek – Timothy Feriss. Absoluter Klassiker zum Thema passives Einkommen, bessere Worklife Balance, . Einige utopische Ideen, manches ist aber auch ganz einfach umsetzbar. Sehr unterhaltsam und ein guter Einstieg bzw. eine Annäherung daran, was das Leben noch so bieten könnte, außer Arbeit.
  • Your Money, your Life – Vicki Robin & Joe Dominguez. Eine Annäherung daran, was Geld bedeutet, mit vielen praktischen Aufgaben. Relativ aufwendig dranzubleiben, aber erfolgversprechender Weg sich darüber klar zu werden, was Geld für Dich persönlich bedeutet und was du persönlich für Geld eintauschst.

Ich lese gerade parallel noch ein paar mehr Bücher. Wenn Euch das interessiert, kann ich die Liste gern fortsetzen.

Falls Ihr Fragen habt oder ein Thema tiefer diskutieren wollt, lasst uns loslegen. Ich bin gespannt auf Tipps oder Ideen, die Ihr selbst zum Thema Finanzen habt.

Hier findet ihr alle bisher erschienen Artikel zum Thema #mamasundmoneten. Alle Artikel beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen und spiegeln die vielfältigen Sichtweisen von Familien zum Thema Geld wieder.

Habt eine gute Zeit,

Euer Falk

 

2 thoughts on “Ein paar Gedanken zum Thema Geld

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