Marokko mit Kind – ein Roadtrip in 11 Tagen – Teil 3

Nachdem wir in Teil 1 und Teil 2 Marrakesch und die Küste bereist haben, geht es jetzt zurück ins Landesinnere und in die Berge.

Zuerst mussten wir uns also auf die längste Strecke unseres Roadtrips machen. 350km – das entsprach am Ende 5h Fahrt – ging es einfach immer nach Osten.

Die Strassen wurden immer leerer, die Vegetation magerer und schließlich gab es auch seltener Orte zu sehen. Immer wieder trifft man auf einzelne ältere Menschen auf Eseln, die in den nächsten Ort reiten und auf Schäfer mit ihren Ziegenherden.

Über große, weite Hochebenen, begrenzt von rot schimmernden Bergen geht es weit ins Landesinnere. Linkerhand liegen die schneebedeckten Berge des Atlas, die wir erst auf unserer letzten Etappe erreichen sollten.

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On the road.

Alle 50km erreicht man einen größeren Ort. In diesen Orten ist dann meist großes Markttreiben, unglaublich viele Menschen sind auf den Straßen unterwegs, es geht oft nur im Schritttempo voran.

Endlich, kurz bevor man nach Ouarzazate, dem Tor zur Wüste, gelangt, geht es nach Ait Ben-Haddou. Die Stadt besteht aus einem neuen und einem alten Ortsteil. Im neuen Ortsteil befindet sich die komplette Infrastruktur, der alte Ortsteil ist Weltkulturerbe und unbewohnt. Fast unbewohnt. Es gibt ein Haus, in welchem Gäste übernachten können und welches über eine Solaranlage Strom erzeugt. Dort wohnen wir die nächsten beiden Tage.

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Ait Ben-Haddou

Ait-Ben-Haddou

Angekommen in Ait Ben-Haddou riefen wir in unserer Unterkunft an und meldeten unsere Ankunft. 10min später stand ein Esel neben dem Auto und unser komplettes Gepäck machte sich auf den Weg in die Altstadt.

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Auf dem Weg in die Unterkunft.

In der Unterkunft haben wir ein tolles Zimmer mit Terrasse (auf der wir nachts einen der schönsten Sternenhimmel unseres Lebens sehen). Noch am Nachmittag machen wir uns auf den Weg auf den Gipfel, der die Stadt überragt.

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Von oben.

Achtung I: Ait Ben-Haddou ist tagsüber ziemlich überlaufen. Die Start war Drehort für Gladiator, die dritte Staffel von Game of Thrones, Lawrence von Arabien und viele weitere Filme. Hier werden Touristen mit Bussen hingekarrt. Abends und morgens ist es aber wundervoll ruhig und man hat die komplette Stadt für sich. Taschenlampe mitbringen falls man nachts raus will.

Achtung II: Es gibt hier keinen Geldautomaten. Das Hotel nimmt nur Bargeld. Der nächste Geldautomat ist 15 min Fußweg (zum Auto) plus 30 min Fahrt entfernt – eine Richtung. Für Euch von mir getestet und für doof befunden.

Achtung III: Der Ort liegt auf etwa 1.300 h Höhe. Im November wird es nachts ganz schön kalt.

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Frühstück auf der Dachterrasse

Was wir hier gemacht haben? Fürstlich gefrühstückt, die Esel gesucht, verstecken gespielt und einfach sehr wenig getan. Wenn man relativ wenig Zeit hat, reicht eine Nacht auch aus. Die Nacht würde ich aber unbedingt machen. Die Ruhe, der Sternenhimmel und der Sonnenaufgang sind es auf jeden Fall wert.

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Sonnenaufgang in Ait Ben-Haddou

In Ouarzazate (da wo der Geldautomat ist) kann man auch die marrokkanischen Filmstudios besuchen, die der Stadt den Namen „Mollywood“ eingebracht haben. Die Stadt ist zudem das Tor zur Wüste, allerdings sind es bis Merzouga noch 5h Fahrt. Zu weit für uns bei diesem Trip.

Marrakesch – die zweite

So ging es schließlich wieder zurück nach Marrakesch, diesmal direkt von Süden kommend über das Atlas Gebirge. 4h Fahrt sind es insgesamt, die Hälfte ganz entspannt, die anderen beiden Stunden schon aufregend.

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Im hohen Atlas

Bis auf knapp 2.300m Höhe steigt die Straße an, soweit noch normal. Als es auf der anderen Seite wieder hinuntergeht wird es ein wenig ungewöhnlich. Es ist als würde man quasi direkt über eine Baustelle fahren. An der Strasse wird wahrscheinlich ständig gearbeitet, da links und rechts jeweils steile Wände sind und Geröll recht ungehindert auf die Strasse fallen kann. Mindestens eine der drei Spuren ist entweder verschlammt, im Bau oder als Parkplatz für Baumaschinen verwendet. Für ein paar Kilometer fehlt mal der Asphalt, die Strasse ist überspült von Wasser oder eine Behelfsbrücke führt auf eine Umleitung. Alles sicher, alles gut, bisschen anders als gewohnt eben.

Unsere Unterkunft entschädigte dann für die aufregende Anreise. Für unsere letzten beiden Nächte in Marrakesch haben wir uns etwas besonderes gegönnt und in die Fawakay Villas eingebucht. Eine Oase der Ruhe und des Friedens am Rand der Stadt.

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Vor unserer Villa.

Hier gibt es einen Pool, zwei Esel, ein paar Katzen und Hunde, ganz viel Spielzeug für Kinder, ein kleines Hamam und Spa und ganz viel Platz und herrlich viel Ruhe und Entspannung. Es war nur ein weiteres Paar in der Anlage. Essen bekommt man serviert, wo man möchte und am Nachmittag kommt jemand und macht Feuer in den Kaminen der Räume. Ein Traum!

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Pool plus Kinderpool

Es gab keinen Grund die Anlage zu verlassen, also haben wir das auch erst für den Rückflug wieder getan.

Unsere Reise ging damit zu Ende, der Bericht ist es noch nicht ganz. Im vierten und letzten Teil gibt es demnächst noch ein paar praktische Tipps und meine Meinung, inwieweit Marokko als Reiseland mit kleinen Kindern taugt.

Bis bald, Euer Falk

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