Eine Woche auf der Suche nach der Vereinbarkeit

Was heißt das eigentlich genau, diese Vereinbarkeit – Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich versuche das mal am Beispiel einer konkreten Woche in unserem Leben zu zeigen.

Zugegeben – diese Woche ist anders als sonst. Die Babysitterin hat Urlaub. Unser sonst ganz gut austariertes System bringt das ziemlich an die Belastungsgrenze. Grundsätzlich ist die Woche aber schon ein ganz gutes Beispiel. Normalerweise versuche ich Dienstreisen auf zwei Tage zu drücken, diesmal ging es nicht anders.

Montag – BERLIN 34 Grad

Die Woche beginnt in Berlin. Heute ist ein normaler Arbeitstag, am Nachmittag hole ich Bubu aus der Kita ab.

1.15     Bubu ist wach. Er bekommt ein bisschen Wasser und kommt in unser Bett getapst.

5.00     Ich wache auf, weil Bubu quer im Bett liegt und mich tritt, meine Frau liegt irgendwo an meinen Füssen.

6.30     Aufstehen. Milch für Bubu, Kaffee für Papa.

7.45     Frühstücken, spielen, ab in die Kita

8.00 – 15.30 Arbeiten im Homeoffice, nur unterbrochen von:

– gelieferte Lebensmittel einräumen

– Dienstreise vorbereiten und Koffer packen

– Wäsche waschen

– Geschirrspüler ein/ausräumen

15.30   Bubu aus der Kita abholen, wir fahren in den Garten, gießen die trockenen Pflanzen, pflücken Tomaten und Beeren, quatschen mit den Nachbarn, Bubu spielt mit den Nachbarskindern und dreckt sich von oben bis unten ein

18.00   Noch eine kurze Telefonkonferenz, unterbrochen von der Anweisung an Bubu, bitte nicht das Wasser aus der Spritzpistole zu trinken

18.15   Wir radeln wieder nach Hause

18.45   Abendessen (ergo Nudeln) kochen, Tomaten aus dem Garten zu Ketchup verarbeiten

19.20   Ab in die Badewanne, eine Folge Peppa Wutz, Bücher lesen, Einschlafmilch, Zähne putzen, noch mehr Bücher lesen, irgendwann schläft Bubu ein

20.30   Ketchup in Flaschen füllen, Geschirrspüler einräumen, Koffer fertig packen

21.00   Die Frau kommt nach Hause (sie hat vorgearbeitet für die nächsten Tage), wir erzählen uns kurz vom Tag, schnell noch eine Folge The Affair

22.30   Ins Bett

Dienstag – STUTTGART/KÖLN 36 Grad

Die nächsten drei Tage bin ich unterwegs. Drei verschiedene Kunden in drei Tagen, dabei zwei Angebotspräsentationen bei für mich neuen Kunden.

1.30     Bubu kommt rüber.

2.45     Bubu rotiert durch das Bett.

4.15     Bubu rotiert wieder.

5.00     Der Wecker klingelt.

5.20     Das Taxi zum Flughafen steht bereit

6.25     Flug nach Stuttgart, alles pünktlich, dösen im Flugzeug

7.45     S-Bahn nach Ludwigsburg, schnell ein Cafe suchen, die Folien vorbereiten, auf den Rest des Teams warten, die aus Dresden, Aachen und Köln anreisen.

11.45   Angebotspräsentation beim Kunden. Es läuft wie am Schnürchen.

15.30   Zug nach Köln, arbeiten im Zug

16.30   Die Böschung an der Strecke und halb Siegburg brennt, der Zug wird umgeleitet- am Ende werden es fast 2h Verspätung, arbeiten im Zug.

20.30   Endlich in Köln, ins Hotel, noch ein bisschen den Termin nachbereiten, ich falle ins Bett.

22.30   Es sind immer noch 32 Grad. Ich kann nicht schlafen.

Mittwoch – KÖLN 29 GRAD

6.45     Der Wecker klingelt, Dusche, Frühstück. Es hat geregnet und ist angenehmer. Yes!

8.15     Über die Hohenzollernbrücke zu Fuß beim Kunden eintrudeln, im Büro bis 17.45

18.00   Snack am Bahnhof einpacken, ins Hotel, raus aus dem Anzug

19.00   Versuchen die „unproduktive“ Zeit der Woche ein wenig wieder aufzuholen

22.00   Letzter Blick auf die Präsentation für den Termin am nächsten Tag

Donnerstag – KÖLN/BERLIN 27/34 Grad

6.30     Wecker, Dusche, Frühstück

8.00     Arbeiten im Hotel

10.30   Neuer Kunde, Vorstellung einer Lösung zur Pseudonymisierung von Testdaten – die EUDSGVO hat nicht nur den Blog im Griff

13.55   Flug nach Berlin, am Flughafen und während des Flugs der Versuch zu arbeiten

15.00   Taxi nach Hause, raus aus dem Anzug, der Frau hallo sagen, die heute im Home Office arbeitet.

15.30   Bubu Time, wir schlendern zu dritt über die Spielplätze in Moabit und versuchen schattige Ecken zu finden und gehen Eis essen.

17.00   Die Frau geht zurück ins Homeoffice und macht noch ein paar Anrufe.

18.30   Abendessen. Fischstäbchen und Kartoffeln.

19.00   Abklatschen mit der Ehefrau, sie übernimmt

20.00   #metime, Treffen mit Freunden

22:45   Ab ins Bett.

Freitag – BERLIN 28 Grad

0.30     Wer kann das wohl sein?

6.45     Frühstück, Spielen, Kita

8.00     Ein weiterer und vorerst letzter Home-Office Arbeitstag beginnt. Heute bekomme ich die Nachricht, dass es mit dem Co-Working-Arbeitsplatz in der Raumstation Berlin klappt. Ich kümmere mich um Kaution, Mietvertrag und kläre die Schlüsselübergabe mit der Hauverwaltung

10.00   Lange Telefonkonferenz mit dem Kunden vom Dienstag. Nachfragen zum Angebot, erste Verhandlungen beginnen. Wir bekommen noch eine Menge Aufgaben mit.

15.30   Ich hole Bubu aus der Kita. Wir gehen in den Zoo.

18.00   Zuhause ist Mama schon da. Wir essen gemeinsam.

20.00   #metime für Mama. Ich bringe Bubu ins Bett.

20.30   Ein paar Seiten im Buch lesen, ich schlafe relativ schnell ein.

Das Fazit

Ich werde am Wochenende noch ein paar liegengebliebene Dinge aus der Woche aufarbeiten. Wir sind in Berlin und trotz ein bisschen Arbeit wird es ein sehr entspanntes Wochenende. Wir treffen viele Freunde, verbringen viel Zeit gemeinsam und grillen im Garten.

Aktuell schaffe ich es nicht, weniger zu arbeiten als vor der Selbständigkeit. Ich versuche natürlich erstmal in ruhige Fahrwasser zu kommen und genug Aufträge für die ersten Wochen und Monate zu akquirieren. Wenn wir das Projekt bekommen, für welches wir am Dienstag angeboten haben, dann sieht das sehr gut aus.

Woran es in dieser Woche am meisten gemangelt hat? An Paarzeit. Am Wochenende konnten wir das ein wenig ausgleichen, als Familienzeit. Ganz konkrete Zeit zu zweit, hatten wir in dieser Woche zu wenig.

Die Blogfamilia und der Nachklang – 55 Antworten

So, heute vor einem Monat war die Blogfamilia. Ich habe ja noch am Abend der Blogfamilia hier über meine ersten Eindrücke berichtet. Viel später, aber auch sehr viel reflektierter, hat Regine auf Ihrem Blog RaiseAndShine einen interessanten Artikel veröffentlicht, in dem Sie 55 Fragen an Elternblogger aufgeworfen hat.

Für mich eine Möglichkeit, mir selbst ein paar Gedanken zu machen und Euch einen Einblick zu geben, was mich beim Bloggen bewegt.

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